“In aller Freundschaft”-Star Rolf Becker mit 90 Jahren verstorben
Leipzig/Hamburg – Bestürzung in der Schauspielwelt! Der “In aller Freundschaft“-Star Rolf Becker (†90) ist tot.

Der Tod von Rolf Becker hat eine tiefe Wunde in der deutschen Kulturlandschaft hinterlassen. Mit 90 Jahren ist der beliebte Schauspieler im Kreise seiner Familie in einem Hamburger Hospiz friedlich eingeschlafen – eine Nachricht, die Fans, Kollegen und Wegbegleiter gleichermaßen erschüttert. St.-Pauli-Pastor Sieghard Wilm bestätigte den Tod gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zurück bleibt große Trauer um einen Mann, der Generationen berührt hat.
Für Millionen Fernsehzuschauer war Rolf Becker untrennbar mit der ARD-Erfolgsserie „In aller Freundschaft“ verbunden. Seit 2006 verkörperte er dort den gutmütigen Cafeteria-Wirt Otto Stein, Vater des Mediziners Martin Stein. Mit seiner warmherzigen Art, seinem leisen Humor und seiner menschlichen Ausstrahlung wurde er zu einer festen emotionalen Säule der Serie. Selbst im hohen Alter blieb Becker der Sachsenklinik treu – ein Zeichen seiner außergewöhnlichen Hingabe an seinen Beruf.
Besonders bewegend war das Jahr 2022, als Rolf Becker erstmals gemeinsam mit seinem Sohn Ben Becker (60) vor der Kamera stand. Vater und Sohn, zwei starke Persönlichkeiten der deutschen Schauspielszene, teilten diesen Moment – ein seltenes, zutiefst berührendes Kapitel einer außergewöhnlichen Künstlerfamilie. Für viele Fans war es ein stilles Geschenk, für Becker selbst offenbar ein erfüllter Höhepunkt seines späten Lebens.
Geboren wurde Rolf Becker 1935 in Leipzig, in eine Zeit voller Umbrüche und Entbehrungen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs musste er auf den Bauernhof seiner Großeltern ziehen, rund 60 Kilometer von Hamburg entfernt. Dort, fernab der Großstadt, fand er Halt in der Literatur. Bücher wurden für ihn Zuflucht, Trost und Inspiration – vielleicht der erste leise Ruf der Kunst, der sein weiteres Leben bestimmen sollte.
Sein Weg führte ihn später über das Bremer Theater zur Schauspielerei. Becker entwickelte sich zu einem vielseitigen Darsteller, der sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera überzeugte. Doch trotz aller Erfolge blieb er stets bodenständig, nahbar, ein Mensch ohne Allüren. Kollegen beschreiben ihn als ruhig, aufmerksam und zutiefst respektvoll – jemand, der nicht im Rampenlicht stehen musste, um zu glänzen.
Mit seinem Tod verliert Deutschland nicht nur einen talentierten Schauspieler, sondern auch einen stillen Erzähler des Alltags, einen Mann, der das Menschliche nie aus den Augen verlor. Seine Rollen waren nie laut, nie aufdringlich – und gerade deshalb so eindringlich.
Rolf Becker hinterlässt eine große Lücke. In den Herzen seiner Familie, seiner Kollegen und der unzähligen Zuschauer lebt er weiter. Seine Figuren, seine Stimme, sein Blick – sie bleiben. Und mit ihnen die Gewissheit, dass manche Menschen auch nach ihrem Abschied nicht wirklich gehen.
Ab 1971 lebte Becker in Hamburg und später in Schneverdingen-Wintermoor (Heidekreis). Er wirkte in Gastrollen auch beim “Großstadtrevier” sowie dem “Tatort” mit und hat zwei leibliche Söhne sowie einen Adoptivsohn.




